100 Jahre Bad Gögging Jubiläums-Logo

„Bad“ Gögging damals bis heute

Die Geschichte des Kurorts bis heute

Römisches Heilbad, idyllisches Dorf, 100 Jahre „Bad“

Schon die Römer wussten, was gut tut

Vermutlich kannten bereits die Kelten die heilsamen Quellen in Gögging. Sicher ist aber, dass die Römer, die um 15 v.Chr. in die Region kamen, das wohltuende Schwefelwasser des Orts nutzten. Das war schon lange vermutet worden – Gewissheit wurde es Anfang der 1960er Jahre, als man beim Neubau der Ortskirche auf die Überreste einer Badeanlage der Römerzeit stieß. Unter der romanischen Kirche befand sich einst ein Badebecken mit einer zugehörigen Heizanlage. Stempel auf den Ziegeln weisen darauf hin, dass das Bad sowohl aus staatlichem, als auch Privatvermögen des Kaisers finanziert wurde und daher wohl einen hohen Stellenwert hatte.

 

Keckinga – bajuwarisch für lebendige Quelle

Nach den Römern kamen die Bajuwaren in die Region und ließen sich an den schon vorher besiedelten Orten nieder. Als „Keckinga“ wurde Bad Gögging erstmals im Jahr 823 erwähnt. Der Name wies auf eine wichtiges Merkmal des Ortes hin und lässt sich etwa übersetzen mit „lebendige Quelle“. Auch das Mittelalter hindurch gibt es Hinweise, dass die Gögginger Quellen genutzt wurden. Beispielsweise war 1470 Herzog Ludwig der Reiche zu Gast im Bad.

 

Römerbad und Trajansbad: die ersten Kurhäuser

Im heutigen Gasthaus Alter Wirt konnte man zu Zeiten des Wildbads Gögging Badekuren nehmen. Im Jahr 1876 erwarb Franz Hetz, ein Kaufmann aus Neustadt, den Alten Wirt und errichtete zum Baden das Römerbad. Das Haus wurde immer wieder erweitert und bekam mehr und mehr Gäste. 1908 übernahmen die Schwestern Betty und Kreszenz Hauber das Römerbad. Die Schwestern beantragten zwei Jahre später auch erfolgreich den Schutz der Schwefelquelle als Heilquelle. Das Trajansbad wurde als zweites Kurhaus 1913 von Hans Huber bei der vorher zu Trinkkuren genutzten Trajans-Quelle errichtet.

 

1919 – ein großes Jahr für den kleinen Kurort

Hans Huber, Besitzer des Trajansbads und zugleich damaliger Bürgermeister, und die weiteren Mitglieder des Gemeindeausschusses stellten im Februar 1919 den Antrag dafür, dass der Ort künftig das „Bad“ im Namen tragen dürfe. Das Ministerium des Innern stimmte dem Antrag zu und genehmigte am 30. Juni 1919 die Änderung des Ortsnamens in „Bad Gögging“. Zehn Jahre später konnte Hans Huber sein Trajansbad umbauen und dabei verdoppeln.

 

Weltkrieg – Rückschläge und neue Chancen

Beide Weltkriege hinterließen zunächst ihre Spuren in Bad Gögging: Römerbad und Trajansbad wurden während der Kriege zu Lazaretten gemacht. Nachdem zweiten Weltkrieg erholte sich der Ort jedoch schnell. Das Römerbad wurde Mitte der 50er aufwändig erweitert, ebenso Anfang der 60er das Trajansbad. Beide Häuser sanierten auch ihre Quellen. Großen Einfluss auf das Geschehen in Bad Gögging hatte ab 1952 Pfarrer Karl Rüth, der sich nicht nur für den Kurort einsetzte, sondern z.B. auch dafür verantwortlich war, dass die 1961 beim Neubau der Kirche gefundenen römischen Relikte genauer untersucht wurden.

 

Neue Häuser und eine Therme für Bad Gögging

Als sich der Kurort in den 50er und 60er Jahren positiv weiterentwickelte entstanden unter anderem auch die Kurpension Eichschmid mit eigener Schwefelquelle sowie das anfängliche Café Eisvogel, das heute ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant ist. In den 1970er Jahren stieß Pfarrer Karl Rüth die Gründung einer Gesellschaft zur Förderung des Kurorts und eines neuen Kurzentrums an, die in die Entstehung des noch heute aktiven Zweckverbands mündete. Der Zweckverband hatte u.a. das Ziel, ein Kurmittelhaus zu bauen. Für das neue Kurgebiet wurde nach Thermal- und Schwefelwasser-Quellen gebohrt. Im Dezember 1979 wurde die Römertherme – die heutige Limes-Therme – eröffnet.

 

Vom Dorf mit Schwefelquelle zum modernen Kurort

Im neuen Kurzentrum, um die Limes-Therme herum, siedelten sich weitere Geschäfte, Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe an. Mit der Eröffnung der Reha-Klinik des Passauer Wolf und der Weiterentwicklungen von Römerbad und Trajansbad in die gleiche Richtung wurden viele neue Gäste nach Bad Gögging gelockt. Auch der Bau des Kurhauses Anfang der 90er Jahre und weiterer neuer Vier-Sterne-Hotels sorgten für einen rasanten Anstieg der Gästezahlen.
Heute kann der Kurort fast eine halbe Millionen Übernachtungen im Jahr vorweisen: ob Wellnessfans oder Radler, Kur- und Reha-Patienten oder Wanderer – Bad Gögging hat sich zu einem der beliebtesten Kurorte in Bayern und zum idealen Ausgangspunkt für spannende Ausflüge entwickelt.

Quelle: Anton Metzger: Vom römischen Staatsbad zum modernen Kurort, 1999.

 

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